Kein feiner Zug

 


Für die 830 km Melbourne - Adelaide wählen wir den Zug, The Overland. Dass man die DB im Standard unterbieten kann, hatten wir schon zuvor erlebt, aber das ist doch die Spitze. 


Beworben wird die Fahrt auch wegen der Aussicht. Angesichts der Sitzanordnung muss man sich auf den Gangplätzen schon sehr anstrengen, um etwas zu sehen. 


Wenn man nicht drin sitzt, sieht es gar nicht so übel aus. Doch der Zug ist uralt, die Sitze durchgesessen, Lehnen nicht verstellbar, keine Fußstützen, es wirkt schmutzig. Noch unangenehmer ist der Schienenweg.  


Der Zug rattert und schaukelt, als würde er durch Schlaglöcher fahren. Die Schienen schlecht oder gar nicht verschweißt, so dass es kracht und knallt. Sowas habe ich nichtmal auf einer Museums-Eisenbahnstrecke erlebt. Dass es kein WLAN gibt ist angesichts des Alters klar, aber auf einer 11-Stunden-Fahrt auch keine Steckdosen, das hat schon was. Kein Wunder, dass die Aussies verwundert gucken, wenn man sagt, man nimmt den Zug. 

Also, eine Empfehlung allenfalls für sehr hartgesottene Retrofans, die gegen Seekrankheit immun sind. 

Ich tröste mich mit anderen Aussichten. Wir verließen Melbourne bei 12 Grad, Adelaide erwartet uns mit 32 Grad. 

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