NT Schnipsel
Zehn Tage im Northern Territory, was bleibt? Die Größe. Der Kakadu Nationalpark hat annähernd die Größe der Schweiz. Bewohnt wird der allenfalls von wenigen 1000 Menschen. Wälder, die bis zum Horizont reichen.
Außer Darwin gibt es allenfalls Städtchen, wie Katherine oder Pine Creek. Die Menschen wirken bodenständig, man fährt seinen Pick-up, natürlich Allrad angetrieben. Im Gegensatz zu Frankfurt macht ein SUV hier sogar Sinn. Auf dem Land sind viele Straßen nicht geteert, in der Regenzeit überflutet. Allerdings fährt man auch durchsetzungsstark. Meistens ist man ja eh alleine auf der Straße, gibt es mal andere Verkehrsteilnehmer, ist jeder sich selbst der nächste. Man weiß es, aber erst beim überholen merkt man, was es bedeutet, wenn ein Road Train bis zu 54 m lang ist.
Bekleidung super informell, Auch beim abendlichen Restaurantbesuch sehen wir kaum Schuhe. Flip Flops oder Crocks sind Standard – Fußbekleidung. Die Freizeitaktivitäten scheinen Angeln und Jagen zu sein. Was den Standard der Häuser angeht, spricht vieles eher für ein einfaches Leben.
Auffällig, der große Bezug zu den Ureinwohnern, den Aborigines. Immer und überall wird auf das große, kulturelle Erbe und die traditionelle Lebensweise, insbesondere auch im Einklang mit der Natur, hingewiesen. Juristisch gehören den Nachkommen der Ureinwohner wieder große Teile des Bundesstaates. Es ist jedoch alles wieder verpachtet, an den Staat, die Nationalparkverwaltungen. Die meisten schwarzen Menschen, die wir wahrnehmen, campieren, offensichtlich obdachlos in den Städten und scheinen alkoholkrank. Ein trauriges, manchmal erschreckendes Bild. Woran auch die strikte Alkoholpolitik nichts ändert (sogar wir wurden vor Alk-Geschäften von der Polizei kontrolliert, hatte Jutta ihren Pass vorgezeigt, wurde eine Bezahlung mit meiner Kreditkarte nicht akzeptiert).
Die Landschaft, außerhalb der Farmen, ist geprägt von den Elementen Feuer und Wasser. Traditionell brennen die Aborigines kontrolliert Teile der Vegetation ab. Heute müssen Sie das in Abstimmung mit den Behörden machen. Aber, so sind alle Bäume angebrannt.
Das Wasser der Flüsse steigt in der Regenzeit um ein vielfaches an. Der Katherine River kann von jetzt 1,5 m auf bis zu 15 m Höhe ansteigen. Weite Teile des Territoriums sind dann überflutet. In Katastrophenjahren ist der Katherine River auf über 20 m angestiegen, und hat die ganze Stadt Katherine 0berflutet.
Darwin ist die hübsche Krone des NT Eine entspannt wirkende kleine Metropole, sehr grün, schicke Wohnhochhäuser, tolle Erholungsgebiete nah dabei. Wir haben das Gefühl, ihr lässt sich leben (Sollte es möglich sein, sich ein Tageshöchsttemperaturen von 30° und mehr zu gewöhnen)
Vieles war ein bisschen anders, als erwartet. Ich hatte es mir zum Beispiel viel tropischer vorgestellt, jedoch fehlt dazu in den langen Monaten mehr Trockenzeit das Wasser. Auch die Hitze zum Ende der Trockenheit war mit den Temperaturen oft über 40° am Nachmittag extremer als erwartet. Trotzdem haben wir viele Wanderungen, Bootsfahrten, und sogar den Helikopterflug unternommen und wurden teilweise von den Eindrücken fast erschlagen.





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